Perfektionismus wird häufig mit Ehrgeiz und beruflichem Erfolg in Verbindung gebracht. Sie haben hohe Erwartungen an sich selbst – dies wirkt sich auch auf die Arbeit im Team aus. Hat ein Teammitglied eine perfektionistische Ader, kann dies eine große Bereicherung darstellen, jedoch gleichermaßen für die Betroffenen und auch für die Teamkollegen zu einer Belastung werden.

Damit ein Team erfolgreich zusammen arbeiten kann, sind bestenfalls verschiedene Charaktertypen vertreten. Eine Person im Team zu haben, die perfektionistisch veranlagt ist, kann äußerst bereichernd für die Arbeit im Team sein, da die Qualität des Ergebnisses von einer sehr ehrgeizigen Person optimiert werden kann. Jedoch kann der Umgang mit Menschen, die alles perfekt machen möchten, für die Teamkollegen auch zur Zerreißprobe werden. Wie gehst du also am besten mit solchen Kollegen um?

Diese Merkmale zeichnen perfektionistische Menschen aus

Perfektionismus geht im Berufsleben mit sehr guten Arbeitsergebnissen einher. Menschen, die perfektionistisch veranlagt sind, haben hohe Ansprüche an ihre Leistung und sind sehr ehrgeizig. Sie möchten in allen Bereichen perfekt sein. Doch hat solch eine Einstellung auch seine Schattenseiten.
Perfektionisten neigen zur Überkompensation. Dies führt dazu, dass sie einer Handlung eine zu hohe Bedeutung zusprechen und dadurch zum Beispiel viel mehr Zeit als notwendig mit dieser Tätigkeit verbringen, da sie möchten, dass sie die jeweilige Aufgabe perfekt bewältigen. Sicher kennst du auch so jemanden oder du gehörst sogar selbst in diese Kategorie.
Bei Projekten, bei denen die Abgabe vor der Tür steht, kann es sehr belastend für dich und die anderen Mitglieder des Teams sein, wenn ihr dringend vorankommen möchtet, der Perfektionist sich aber mit Kleinigkeiten aufhält.
Gleichermaßen kann es dich und die anderen Teammitglieder stören, dass Perfektionisten dazu neigen, alles kontrollieren zu wollen. Daraus kann sich ergeben, dass du dich wie ein kleines Kind fühlst, welches gerade von seinem Lehrer abgefragt wird. Möglicherweise entsteht bei dir dadurch auch der Eindruck, dass dein Teamkollege oder Chef kein Vertrauen in dich hat und jeden Schritt mitverfolgen möchte, damit auch alles ganz nach seinen Vorstellungen verläuft.
Außerdem neigen perfektionistisch veranlagte Menschen dazu, Dinge so lange zu wiederholen und zu verbessern, bis sie wirklich ALLES „rund“ ist. Dies kann natürlich zu einer Verbesserung der Qualität des Ergebnisses beitragen. Es kann jedoch auch anstrengend sein, sich mit Dingen aufzuhalten, die ggf. kaum von Bedeutung sind und diese weiter und weiter zu perfektionieren – denn nicht alles muss bis ins Detail ausgearbeitet werden.
Des Weiteren zeichnen sich Perfektionisten dadurch aus, dass sie wahre Organisationstalente sind. Sie lieben es zu planen. Dies kann für das Team durchaus sehr wertvoll sein, da sich dadurch ein klarer Ablauf des Prozesses ergibt.
Perfektionisten haben somit – wie alle anderen Charaktertypen auch – Stärken und Schwächen. Werden diese in deinem Team berücksichtigt, ist eine „perfekte“ Person als Teamkollege ein sehr wertvolles Mitglied.

Gute oder schlechte Perfektion?

Um Perfektion als Bereicherung oder als Belastung klassifizieren zu können, kannst du dir folgende Frage stellen:

Entsteht der Perfektionismus durch Strebsamkeit nach Erfolg oder durch Angst zu versagen?

Möglicherweise denkst du bei der Frage, dass es ohnehin auf das Gleiche hinausläuft. Dies ist tatsächlich jedoch nicht so. Von der Art und Weise hängt nämlich die gesamte Einstellung ab.
Ist ein Mensch perfektionistisch, weil er nach Erfolg strebt, bringt dies die Arbeit gut voran. Entsteht dieser Übereifer hingegen, weil die Person Angst hat, zu versagen, treten die Schattenseiten von diesem Charaktertypen stärker in Erscheinung, da sich Druck und Stress breitmachen und auf das gesamte Team übertragen.
Doch wie kannst du positiven und negativen Perfektionismus auseinanderhalten?

Negativer Perfektionismus

Negativer Perfektionismus nährt sich von dem unerfüllten Bedürfnis nach Zuspruch und Beachtung. Die betroffene Person versucht zudem, durch ihren Drang, alles perfekt machen zu wollen, mehr Kontrolle zu erhalten. Negativer Perfektionismus betrifft sehr willensstarke Menschen, die immer ihr Bestes geben und alles perfekt durchführen möchten. Der Haken bei der Sache ist allerdings, dass sich ihre Bemühungen aus einer nach außen fokussierten Motivation ergeben. Dies führt dazu, dass sich Stressempfinden, Druck und Angst vor dem Scheitern breitmachen. Die betroffene Person fühlt sich sehr unsicher und ist von großen Versagensängsten geplagt. Daher möchte sie alles perfekt machen, um sich vor möglicher Kritik zu schützen.

Positiver Perfektionismus

Im Gegensatz zur negativen Variante entsteht die positive Form aus einem inneren Ursprung heraus. Positiver Perfektionismus ist gegeben, wenn jemand sich selbst gerne herausfordert und sich stetig verbessern möchte. Diese Art des perfektionistischen Handelns kann dir dabei helfen, dich vollkommen auf eine Aufgabe zu fokussieren.

So gehst du mit Perfektionisten in deinem Team um

Perfektionistisches Arbeiten kann die Qualität der Arbeit von dir und deinem Team erheblich steigern. Im übertriebenen Maße kann er jedoch verhindern, dass ihr euer Ziel erreicht. Daher ist es wichtig, den richtig Umgang anzustreben – denn dann beflügelt das perfektionistische Handeln das Projekt von dir und deinen Teammitgliedern. Doch was zeichnet den richtigen Umgang aus?

Anerkennung zeigen
Perfektionisten ist es sehr wichtig, gute Leistungen zu erbringen. Die Anerkennung für die Arbeit der betroffenen Person signalisiert ihr, dass sie ihre Arbeit gut gemacht hat. Dies kann deinem perfektionistischen Teamkollegen Sicherheit geben, dass der erledigte Schritt gut erledigt wurde und abgeschlossen werden kann, um im Prozess zum Endergebnis weiter voranzuschreiten.

Klare Zielvorgaben
Als Führungskraft ist es wichtig, dass du perfektionistischen Mitarbeitern engmaschige Grenzen aufzeigst. Dies verhindert, dass sie sich in Kleinigkeiten verstricken. Perfektionisten wissen es zudem sehr zu schätzen, wenn klar kommuniziert wird, welche Erwartungen ihnen entgegengebracht werden.

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Fazit

Perfektionismus kann ein großer Vorteil für das Team sein

Wenn dir und deinen Mitarbeitern oder Arbeitskollegen bewusst ist, wie sich der Umgang mit Perfektionisten bestenfalls gestaltet, ist dies sehr wertvoll für eure Zusammenarbeit. Auf diese Art holen du und deine Teammitglieder das Beste aus dem jeweiligen Projekt heraus. Perfektionismus kann jedoch auch das gesamte Vorankommen ausbremsen. Hier ist es hilfreich, der Person zu verdeutlichen, worauf es ankommt, damit sie sich nicht in belanglosen Details verrennt. Am besten ist es für ein Team, wenn du und deine Teamkollegen verschiedene Charaktertypen mitbringt, die sich einander unterstützen oder ausgleichen. Auf diese Art und Weise ist sichergestellt, dass die Stärken der unterschiedlichen Personen zusammenkommen und in einer optimalen Zusammenarbeit resultieren.

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