Zwar hatten viele Eltern unrecht, denn unsere Augen wurden nicht kastenförmig vom vielen Fernsehen und Arbeiten vorm Bildschirm, aber in Mitleidenschaft werden sie dennoch gezogen.
Das “Office Eye Syndrom” betrifft laut Experteneinschätzungen 4 von 5 Menschen, die täglich mehrere Stunden Bildschirmarbeit verrichten und kann zu einer Minderung des Sehvermögens führen.

Was ist das Office Eye Syndrom?

Unter dem Büroaugen-Syndrom versteht man verschiedene Leiden der Augen, die bei Arbeiten vor Bildschirmen auftreten.
Symptome sind etwa:
– brennende, juckende, gerötete oder tränende Augen
– Kopfschmerzen
– müde Augen oder generelle Müdigkeit

Die Symptome entstehen, weil das Auge einerseits während Bildschirmarbeiten zu wenig oft zwinkert (das Auge trocknet aus), andererseits spielen aber auch die Bildschirmeinstellungen und diverse Umweltfaktoren eine wichtige Rolle.

Darum sind hier 7 Tipps für dich, wie du dem Office Eye Syndrom entgegenwirken und dein wichtigstes Sinnesorgan wieder mehr schonen und entspannen kannst.

1. Bildschirm augenfreundlich einrichten

Das Leiden der Augen beginnt oft bei den Einstellungen des Monitors. Beispielsweise ist ein hoher Kontrast gut für die Augen, auch sollte man dunkle Schrift auf hellen Hintergründen bevorzugen. Quietschbunte Kontraste und Einstellungen sollte man eher meiden. Wenn möglich, sollte sich auch nichts im Monitor spiegeln. Bei alten Röhrenbildschirmen sollte man die Herzfrequenz so hoch wie möglich einstellen, oder, was am besten wäre: Einen neuen Bildschirm kaufen, um das Auge gleich vorweg zu schonen. Auch die Bildschirmauflösung sollte man individuell an seine eigenen Bedürfnisse anpassen.

2. Pausen

Die Augen brauchen unbedingt Pausen von der Bildschirmarbeit, um zu entspannen, ebenso wie der Rest deines Körpers. Also lehn dich zurück, streck dich mal durch, schau in die Ferne aus dem Fenster oder steh auf und geh beim nächsten Telefonat ein paar Schritte. Ein kleiner Spaziergang oder ein Nickerchen in der Mittagspause, sind natürlich auch tolle Energiequellen für Augen, Körper und Geist. Wer seine Augen ausreichend schonen möchte, sollte wenn möglich stündlich 5 Minuten Pause machen und den Blick vom Monitor schweifen lassen.

3. Entspannungsübungen für die Augen

Bei akuten Beschwerden hilft manchmal Augengymnastik. Hier sind ein paar Übungen für dich, die beim Entspannen helfen sollen.

Augenroller
Bei dieser Übung schließt man die Augen und lässt mit geschlossenen Augen den Blick rotieren – oben, unten, rechts, links, einfach kreisen lassen. Ein paar Sekunden entspannen schnell die Augenmuskulatur und durch das geschlossene Lid werden die Augäpfel wieder ausreichend befeuchtet.

Wärme
Ein Wärmepad auf die Augen zu legen wirkt unendlich entspannend. Man kann aber auch einfach die Handflächen ein paar Sekunden aneinander reiben und diese dann auf die geschlossenen Augen legen, so erzielt man einen ähnlichen Effekt.

Augen schließen
Ein paar Minuten die Augen zu schließen (z.B. bei einer Meditation), kann viele Office Eye Symptome lindern. Einfach zurücklehnen und kurz ein paar Minütchen entspannen. So entspannt sich auch der Geist von der harten Arbeit am Monitor.

Massage
Eine kleine Massage, bei der man Daumen und Zeigefinger einer Hand an die Nasenwurzel anlegt und sanft kreisen lässt, kann auch schon Wunder wirken. Auch die Schläfen zu massieren hilft ungemein.

Akkommodationsübung
Bei dieser Übung geht es darum, ein Auge zu entspannen, während das andere sich fokussieren und konzentrieren muss.

So geht es:

Die rechte Hand bedeckt das rechte Auge. Die Linke Hand wird ausgestreckt und beide Augen versuchen die Handfläche der linken Hand zu fokussieren. Dann führt man die linke Handfläche auf das linke Auge zu, langsam, bis sie sich ebenfalls zur Gänze über das Auge legt. Dabei versucht man die ganze Zeit, den Fokus auf der Handfläche zu halten. Dann macht man das Gleiche mit der anderen Seite. So trainiert man regelrecht seine Augenmuskulatur, wodurch man sie in Zukunft im Alltag besser schonen kann. Was trainierter ist, kann auch schließlich auch mehr leisten!

4. Ergonomische Bildschirmarbeit

Manchmal gibt man seinen Augen auch einfach nicht die besten Grundvoraussetzungen. Wer nicht ergonomisch arbeitet, wird leider schneller vom Büroaugen-Syndrom überrascht als jemand, der Haltung und Ergonomie wertschätzt.

Geht dein Blick geradeaus auf die Mitte deines Bildschirmes? Dann bist du schon nicht ergonomisch unterwegs. Dein Blick sollte, wenn du geradeaus siehst, knapp über den oberen Bildschirmrand deines Monitors hinausgehen.
Hast du eine gute Körperhaltung bei der Arbeit? Haltungstrainer sind mittlerweile nicht mehr teuer und helfen dir, dauerhaft die richtige Haltung zu bewahren.

Ergonomische Bildschirmarbeit

© SurfupVector – Adobe Stock

5. Die Umgebung anpassen

Spiegelt sich die Sonne in deinem Bildschirm? Nicht gut! Eventuell kannst du deinen PC oder deinen Schreibtisch anders platzieren. Am besten wäre ein Platz parallel zum Fenster, sodass du weder aus dem Fenster hinaussiehst, noch das Fenster im Rücken hast. So kannst du auch während der Arbeit öfters einen Blick zur Seite aus dem Fenster tätigen und so dein Sinnesorgan kurz von der Bildschirmarbeit entspannen.
Vergiss auch nicht, regelmäßig zu lüften. Gerade im Winter trocknet die Luft viel zu schnell aus, hier sollte stündlich gelüftet werden. Das tut auch deinen Augäpfeln gut.

6. Augentropfen

Bekommst du das Büroaugen-Syndrom so gar nicht in den Griff, können auch Augentropfen aus der Apotheke helfen. Diese ähneln stark der Tränenflüssigkeit und befeuchten dein Auge, was deine Augäpfel schonen und deine Symptome lindern könnte.

7. Augenarzt

Bringt aber alles nichts, dann ist es Zeit für einen Besuch beim Arzt. Eventuell brauchst du eine Brille?
Bleibt das Office Eye Syndrom zu lange unerkannt oder unbehandelt, kann es im übrigen wirklich zu einer Schädigung des Sehvermögens führen. Also: Augen auf und aufgepasst auf dein wichtigstes Sinnesorgan!

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