Die Fish Philosophie als Methode

Bei dem Wort „Fish“ denken aber wohl die wenigsten von uns an Methoden, um sich selbst oder auch ein Team zu motivieren. Bei der gleichnamigen Fish Philosophie geht es aber genau darum.

Der Job eines Fischverkäufers auf einem Markt ist körperlich und mental hart. Es ist kalt, feucht, lange Arbeitsstunden, immer auf den Beinen und wer schon mal einen großen Fisch zerlegt hat, weiß, dass es Kraft und Präzision gleichermaßen benötigt. Dennoch scheinen die Marktschreier immer ein Lächeln und einen Witz auf den Lippen zu haben. Genau das konnte John Christensen 1997 bei einem zufälligen Besuch auf dem Fish Market in Seattle beobachten.

Mehr Motivation ins Arbeits(Leben) bringen

Mit großer Bewunderung beobachtete er, wie die Fischverkäufer auf dem Markt ganze Scharen von Leuten anlockten und sie spielerisch in ihren Bann zogen. Die Fische flogen regelrecht aus den Truhen in die Taschen der Kunden. Er fragte sich, wie die Verkäufer bei einem so anstrengenden Job fröhlich, unterhaltend und geschäftstüchtig sein können.

1998 tat er sich mit Stephen C. Lundin und Harry Paul zusammen und sie veröffentlichten das Buch: Fish! Ein ungewöhnliches Motivationsbuch. Heute gibt es vier Bücher, die über 50 Millionen Mal und in 50 Ländern verkauft wurden. Die Fish Philosophie stützt sich auf vier Pfeiler. Mit diesen vier Bausteinen soll es auch in anderen Bereichen wie Bildung, Industrie, Handwerk, Verkauf oder der Selbstständigkeit möglich sein, mehr Freude, Spaß und eine positive Einstellung zu seiner Tätigkeit zu bekommen.

Die Fish Methode Macht Sinn

Grundsätzlich scheint es einleuchtend: Wenn es gelingt, den schweren Job eines Fischverkäufers attraktiv und erfüllend zu gestalten, dann sollte es für jeden anderen ebenfalls umsetzbar sein. Der Schlüssel zum Erfolg liegt weder in der Aufgabe selbst oder dem Umfeld, sondern einzig und allein an einer positiven Lebenseinstellung. Das hört sich so einfach an, dass die Fish Philosophie für viele Menschen erst einmal merkwürdig klingt. Dabei reicht ein Blick zurück in die Geschichte der Menschheit, um zu verstehen, dass oft die naheliegendste, simpelste Lösung zu lange übersehen worden ist. Der Weg zum Erfolg liegt in vielen Fällen nur die Straße runter.

Die vier Pfeiler der Fish Philosophie

Spiel und Spaß

Bei der Fish Methode geht es darum, Spaß an seiner Arbeit zu haben. Natürlich gibt es Jobs, die eine gewisse Ernsthaftigkeit erfordern, beispielsweise im Rettungsdienst oder beim Militär. In diesen Berufen gestaltet es sich deutlich schwerer, sie mit dem Spaßfaktor zu verbinden. Dabei haben es gerade die Menschen, die in diesen spannungsgeladenen Jobs arbeiten, bitter nötig, ein Ventil als Ausgleich zu haben.
Humor kann eine ansonsten stressige Situation entschärfen. Lachen steckt an und hilft, die angespannten Gemüter zu entspannen. Selbst in Großraumbüros, im Kundenservice, in Schulen, bei all diesen Arbeitsfeldern kann ein kleiner Scherz zu einem harmonischen, motivierten Arbeitsumfeld führen.
Spaß bei der Arbeit

Verschönere den Tag deiner Kunden

Das zweite Prinzip der Fish Methode zielt darauf mit kleinen Gesten den Tag für Kunden oder auch Arbeitskollegen ein wenig schöner zu gestalten. Ein freundliches Wort, ein Lächeln, die simple Frage: “Wie geht es Ihnen heute?”, wenn sie nicht nur eine Floskel ist, sondern von Herzen kommt, kann für das Gegenüber den Unterschied zwischen einem anstrengenden Arbeitstag und einem fröhlichen Erlebnis machen. Viele Unternehmen unterschätzen die Macht eines höflichen, kompetenten Umgangs unter den Angestellten sowie mit Kunden. Dabei können diese kleinen Zeichen von Menschlichkeit und Freundlichkeit oft den entscheidenden Ausschlag bei einer Kaufentscheidung geben. Leider wird gerade in Deutschland Freundlichkeit und Humor mit Inkompetenz verwechselt. Das liegt an unserer gesellschaftlichen Konditionierung. Wer sich aber mit dem Thema beschäftigt, wird herausfinden, dass Menschen, die ihr Metier wirklich beherrschen, mit einer gewissen Leichtigkeit und Selbstvertrauen auftreten. Eine positive Auffassung gegenüber seinem Job, seinen Kollegen und seinen Kunden machen es nicht nur dem Verkäufer leichter, sein Produkt zu verkaufen. Sie macht die Arbeit auch für die Arbeitnehmer wesentlich harmonischer und attraktiver.
Kundengespräch

Sei da - im Hier und Jetzt

Der dritte Ansatz der Fish Methode stützt sich auf die immer populärer werdende Annahme, dass wir in unserer schnelllebigen Zeit immer versuchen gleichzeitig viele Dinge anzugehen, Stichwort Multitasking. Dabei werden wir keiner Aufgabe wirklich gerecht und am wenigsten uns selbst. E-Mails lesen, dabei ein Telefongespräch führen und der Kollegin nebenan zu verstehen geben, dass der Brief heute noch raus muss. Alles läuft zur selben Zeit. Dieses Szenario gehört für viele von uns zum Arbeitsalltag. Wir nehmen zwar an, dass wir effektiver arbeiten, aber wenn wir genauer hinsehen, fällt auf, dass Fehler passieren. Eine wichtige E-Mail wird überlesen, der Mensch am Telefon nimmt durchaus wahr, dass ihm nicht die volle Aufmerksamkeit geschenkt wird und die Kollegen fühlen sich zu Recht schlecht behandelt, weil in dieser Kommunikation zwischen Tür und Angel die Höflichkeit auf der Strecke blieb. Nicht nur für Ärzte und Leute, die in extremen Situationen arbeiten, ist es lebenswichtig, achtsam zu sein und ihrer jeweiligen Aufgabe oder dem Gegenüber ihre volle Aufmerksamkeit zu schenken. Wer sich wirklich an dieses Prinzip hält, wird feststellen, dass Probleme verschwinden oder zumindest geringer werden und Fehler vermieden werden. Als Umkehrschluss sind wir glücklicher über das Geleistete. Auch das wird langfristig zu einer erfüllenden Einstellung gegenüber seiner eigenen Arbeit führen.

g

Wähle deine Einstellung

Jeden Morgen, wenn du aufwachst, entscheide dich bewusst dafür, dass heute ein schöner Tag wird und du ihn mit guter Laune absolvieren wirst. Das hört sich für viele von uns unmöglich an. Manchmal haben wir eben schlechte Laune, lassen uns leicht aus der Ruhe bringen, mieses Wetter kann auch aufs Gemüt schlagen. Der vierte Pfeiler setzt genau da an. Er sagt: Gute Laune ist eben nicht von äußeren Umständen abhängig, sondern eine Entscheidung, die jeder von uns immer wieder neu trifft. Um andere Leute wirklich zu motivieren und ein positives Gefühl von seiner Umwelt zu bekommen, müssen wir bei uns selbst anfangen. Das alte Sprichwort: “ Wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es auch zurück” zielt genau darauf ab. Gerade wenn wir Menschen begegnen, die offensichtlich nicht glücklich mit ihrem Job sind, können wir mit unserer eigenen positiven Ausstrahlung auch hier das Erlebnis zum Besseren verändern. Außerdem handelt es sich bei einer optimistischen Einstellung nicht um eine Einbahnstraße, sondern positive Energie fließt wie Wechselstrom in beide Richtungen. Wer fröhlich und gut gelaunt durchs Leben läuft, wird auch immer häufiger dieselbe positive Resonanz zurückerhalten. Die vier Grundregeln der Fish Methode sollen genau dabei helfen.

Teile Dein Wissen mit Freunden und Kollegen

Share This