Möchtest du dein Unternehmen für eine gewisse Zeit für einen Betriebsurlaub schließen, ist das möglich, wenn du dich an gewisse Vorgaben hältst. Dieser Beitrag beschreibt, wie die arbeitsfreie Zeit für das ganze Unternehmen zum Gewinn wird und welche Vorgaben es per Gesetz gibt, wenn du Betriebsferien planst.

Der Betriebsurlaub – eine kurze Definition

Bei einem Betriebsurlaub, den Betriebsferien oder der Betriebsruhe wird das komplette Unternehmen für eine bestimmte Zeit geschlossen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen in dieser Zeit Urlaub nehmen. Es besteht keine Möglichkeit, weiterzuarbeiten. Wann der Urlaub angeordnet wird, ist ganz unterschiedlich und richtet sich nach den betrieblichen Erfordernissen.

 

Die häufigsten Gründe für einen Betriebsurlaub

Der häufigste Grund für eine komplette Schließung des Betriebs hängt mit der Auftragslage zusammen. Daher schließen viele Betriebe im Sommer während der Ferien oder rund um Weihnachten oder Neujahr ihr Geschäft.

Ein weiterer Grund für Betriebsferien sind Bauarbeiten im Betrieb. Schließlich kann ein Ladenlokal oder eine Praxis kaum während des laufenden Betriebs umgebaut werden. Manchmal wird auch ein Betriebsurlaub angeordnet, wenn sich nicht im Geschäft, sondern direkt an einem Geschäft eine Baustelle befindet und der Betrieb während dieser Zeit nicht mehr profitabel weiterzuführen wäre.

Unternehmen, die nur einen oder wenige Kunden haben, schließen möglicherweise, wenn diese selbst Betriebsferien haben. Das Gleiche gilt, wenn du auf einen wichtigen Zulieferer angewiesen bist, der seinen Betrieb für Werksferien schließt. Gerade bei Just-in-Time-Lieferungen muss der Urlaub wechselseitig genau abgestimmt werden.

Wenn du einen kleinen Betrieb hast, der ohne deine Anwesenheit nicht sinnvoll weitergeführt werden kann, kannst du in deinen längeren Abwesenheiten ebenso Betriebsferien anordnen. In der Realität ist dies oft bei Berufen wie Ärzten, Steuerberatern oder Anwälten der Fall. Aber auch in einer Kfz-Werkstatt oder in einem Handwerksbetrieb kann es sein, dass ohne den Chef „nichts geht“. Und wenn du als Chef in deinen wohlverdienten Urlaub gehst, müssen die Angestellten ebenfalls Urlaub nehmen.

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Die wichtigsten Voraussetzungen für den Betriebsurlaub

Willst du in deinem Betrieb Betriebsferien machen, musst du bestimmte Voraussetzungen beachten.

  • Laut § 7 Bundesurlaubsgesetz musst du die Urlaubswünsche deiner Belegschaft berücksichtigen. Schließlich handelt es sich für die Angestellten um einen Zwangsurlaub. Gerade Eltern, die die Betreuung ihrer Kinder in ihre Planungen einbeziehen, müssen mit ihrem Urlaub oft gut haushalten. Ausnahmen gibt es, wenn dringende betriebliche Belange die komplette Schließung unbedingt erfordern.
  • Du kannst Angestellte während der Schließzeit kündigen.
  • Jeder Tag Betriebsurlaub entspricht einem Urlaubstag für deine Angestellten.
  • Wenn es in deinem Unternehmen einen Betriebsrat gibt, muss dieser in das Thema einbezogen werden. Andernfalls könnte der Betriebsrat den Urlaub verhindern oder auf einen anderen Zeitpunkt verschieben.
  • Das Gesetz gibt keine maximale oder minimale Dauer für die Betriebsferien vor. Ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts hat aber in einer Entscheidung eine Quote von maximal 60 % Betriebsurlaub angeordnet. Immerhin ist es wichtig, dass die Angestellten zumindest über einen Teil des Urlaubs frei entscheiden können.
  • Angekündigt werden sollte der Urlaub mindestens sechs Monate im Voraus und im Idealfall dann, wenn die Angestellten ihren Urlaub noch nicht verplant haben. Das hat sich als gängige Praxis etabliert. Das Gesetz sieht jedoch keine genaue Frist vor, wie frühzeitig die Betriebsferien angekündigt werden müssen.
  • Kündigst du den Betriebsurlaub an, wenn Angestellte ihren Urlaub bereits verplant und im Urlaubstool eingegeben haben, musst du die Angestellten während der Betriebsferien bezahlen bzw. weiterbeschäftigen.
  • Das Recht auf Betriebsurlaub kann bereits im Arbeitsvertrag festgelegt werden und der Urlaub dementsprechend später auch angeordnet werden.
  • Per Gesetz können Betriebsferien nicht plötzlich angeordnet werden, wenn gerade Auftragsflaute herrscht.

Die Vorteile eines Betriebsurlaubs

Für ein Unternehmen ist der Hauptgrund für den Betriebsurlaub das Einsparen von Kosten. Bei einem Einkaufsgeschäft gibt es Zeiten, in denen die Frequenz so gering ist, dass das Aufsperren nicht rentabel ist.

Wenn es sich um einen kleinen Betrieb handelt, führt die Abwesenheit des Chefs nicht selten zu Chaos bzw. es ergibt für die Angestellten schlichtweg keinen Sinn, weiterzuarbeiten. In diesem Fall ist es besser, wenn die komplette Belegschaft in Urlaub geht und anschließend in voller Besetzung wieder zum Wohle der Kunden bzw. Patienten oder Klienten agiert.

Die Nachteile des Betriebsurlaubs

Wird der Betriebsurlaub nicht gut kommuniziert bzw. in Absprache mit der Belegschaft festgelegt, kann das zu Unstimmigkeiten unter den Angestellten führen. Zudem muss sichergestellt sein, dass alles für die Zeit des Betriebsurlaubs vorbereitet ist, damit es zu keinen Schwierigkeiten kommt. Schließlich gibt es im Betriebsurlaub keine Vertretung, die schnell etwas erledigen könnte. Zahlungen, die zum Beispiel manuell freigegeben werden, müssen automatisiert oder vorgezogen bzw. nach hinten geschoben werden.

Wird ein Betrieb für einen längeren Zeitraum geschlossen, muss das frühzeitig an die Kunden kommuniziert werden, damit diese nicht vor verschlossenen Türen stehen. Zudem empfiehlt es sich, den Urlaub immer in die Zeit zu legen, in der wenig los ist.

Eine Autowerkstatt würde kaum im November oder rund um Ostern Betriebsferien veranlassen, wenn gerade viele Kunden zum Wechseln der Reifen Termine möchten. Ein Sportgeschäft mitten in einem Skigebiet würde wahrscheinlich nicht auf die Idee kommen, rund um Weihnachten einen Betriebsurlaub zu planen, wenn die Kunden Skiausrüstung leihen oder kaufen möchten.

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So gelingt der Betriebsurlaub

Gut geplant können die Betriebsferien zu einer wohlverdienten Auszeit für das gesamte Unternehmen werden und die Belegschaft tritt nach dem Urlaub die Arbeit wieder gestärkt und mit neuem Elan an. Damit dieser Fall eintritt, muss der Betriebsurlaub mit der gesamten Belegschaft abgestimmt sein und frühzeitig kommuniziert werden.

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