Im Berufsleben stößt du immer wieder auf Aufgaben, die dir den Arbeitsalltag schwer machen können. Wenn es darum geht, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um ein Problem zu bewältigen, kommst du als Arbeitnehmer manchmal schnell an deine Grenzen. Wird mein Chef zufrieden mit der von mir erarbeiteten Lösung sein? Schaffe ich die Aufgaben in dem vorgegebenen Zeitrahmen? Das sind nur zwei von vielen Fragen, die du dir stellst, wenn es im Job mal wieder stressig wird. Doch wie kannst du effektiv deine Motivation und dein Durchhaltevermögen steigern, um deinen Vorgesetzten von deinen Problemlösungs-Skills zu überzeugen? Forscher* haben herausgefunden, dass die eigene Wahrnehmung, also die Perspektive, von der du dich selbst betrachtest, dabei eine große Rolle spielt. Wer seine eigene Person bei der Bewältigung einer Aufgabe ausklammert, und ähnlich wie Batman in eine Rolle schlüpft, wird selbstbewusster und hat mehr Erfolg. Wieso du produktiver bist und bessere Entscheidungen triffst, wenn du dich selbst aus dem Zentrum nimmst, erfährst du in diesem Artikel.

So funktioniert der Batman-Effekt

Der so genannte Batman-Effekt ist kein pseudowissenschaftlicher Begriff, sondern von renommierten Psychologinnen und Psychologen* erwiesen worden. Zwar wurde das Experiment nicht mit erwachsenen Berufstätigen, sondern mit Kindern im Kindergartenalter durchgeführt, aber die Ergebnisse lassen sich durchaus auf ältere Personen übertragen. Die Durchführung des Versuchs war ebenso simpel wie aufschlussreich:

Die Kinder wurden in verschiedene Gruppen eingeteilt und mussten eine langweilige aber hartnäckige Aufgabe lösen, so wie du es aus deinem Berufsalltag kennst. Kinder, die in der Ich-Perspektive arbeiteten und sich selbst reflektieren mussten („Bin ich ein guter Helfer?“) arbeiteten am ineffizientesten und hatten eine schlechtere Selbstkontrolle. Etwas besser sah es bei der Gruppe aus, die in der dritten Person von sich selbst sprechen mussten. Die Änderung der Perspektive brachte bereits einen deutlichen Motivationsschub. Die meiste Ausdauer hatten jedoch die Kinder, die während der Aufgabenbewältigung ein Batman-Kostüm trugen und immer wieder fragen mussten „Ist Batman ein guter Helfer?“ Alle drei Gruppen hatten jederzeit die Möglichkeit, sich mit Computerspielen abzulenken, wobei die Batman-Gruppe diese Möglichkeit am wenigsten nutzte und sich auf die Aufgabe konzentrierte, ganz so wie Batman es tun würde.

Im Büro kannst du dich zwar schlecht als Superheld verkleiden, aber dennoch können dir die Erkenntnisse dieser Studie im Arbeitsalltag weiterhelfen.

Das bringt dir der Batman-Effekt im Berufsleben

 Du fragst dich jetzt, wie du diesen psychologischen Effekt im Arbeitsleben für dich nutzen kannst? Das ist gar nicht so schwer. Beim Batman-Effekt geht es hauptsächlich darum, die Eigenwahrnehmung zu verändern und eine andere Perspektive einzunehmen. Löst du Aufgaben stets aus der starren Ich-Perspektive, machst du dich selbst für deine Fehler und dein Scheitern verantwortlich. Zudem bist du leichter abzulenken, da du deinen eigenen Interessen nachgehen möchtest. Deine Selbstkontrolle ist ausbaufähig. Um den Batman-Effekt für dich zu nutzen, musst du dich von deiner alltäglichen Rolle im Berufsleben distanzieren. Ein schwarzer Umhang oder gar ein Kostüm ist dafür nicht nötig. Mit der Frage „Was würde Batman jetzt tun?“ kommst du hingegen schon deutlich weiter. Die Schwierigkeit bei der Problemlösung im Job ist, nicht immer wieder im alten Arbeitstrott zu versinken. Die Ausdauer, eine Aufgabe schnell und effizient zu lösen, wird durch alltägliche Situationen beeinflusst. Die Lieblingskollegin möchte kurz einen Kaffee in der Kantine trinken gehen, der Kollege fragt dich nach einer Zigarettenpause. Hier gilt es, einfach mal selbstbewusst nein zu sagen, und sich seiner Aufgabe zu widmen. Mit dem Batman-Effekt gelingt dies deutlich leichter. Betrachtest du dein Verhalten im Job von außen, bist du automatisch selbstkritischer und triffst zielsichere Entscheidungen. Eine zusätzliche Pause wird dich nämlich mit Sicherheit nicht voranbringen. Deine Selbstkontrolle steigt merklich, wenn du dein Verhalten und deine Leistung aus der Perspektive eines Dritten betrachtest.

Selbstbewusstsein und Motivation: Nutze diese psychologischen Tricks für mehr Erfolg im Job

Neben dem Batman-Effekt gibt es noch weitere psychologische Kniffe, um deine Motivation, Außenwirkung und Leistung im Job zu verbessern. Dafür müssen nicht immer teure Trainings und Weiterbildungen von Nöten sein. Neben dem (Anti)Helden Batman gibt es noch weitere Figuren, die dich zu mehr Selbstbewusstsein und Arbeitseifer motivieren können. Die Wissenschaftler* Carney, Cuddy und Yap von der Universität Missouri sprechen zum Beispiel vom Superhero-Effekt, der ebenfalls leistungssteigernd wirken soll. Ganz nach dem Vorbild von Superman soll es tatsächlich etwas bringen, sich vor schwierigen Aufgaben in die Superhelden-Pose zu begeben und eine Weile darin zu verharren. Wichtig sind dabei die selbstbewussten Merkmale dieser Pose, also eine gerade Haltung, eine geschwellte Brust sowie eine angespannte Armmuskulatur. Diese Position wird von den Wissenschaftlern „High Power“ genannt und soll das Testosteron-Level steigern und den Spiegel des Stresshormons Cortisol senken. Darüber hinaus tragen selbstbewusste Posen zu einer positiveren Außenwirkung und mehr Motivation bei. Eine dauerhafte Helden-Pose ist dabei gar nicht unbedingt notwendig. Wichtig ist lediglich, dass die Körperhaltung offen und anderen Menschen zugewandt ist.

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Fazit

Selbstbewusst wirken und weiter kommen mit dem Batman-Effekt

Die Eigenschaften, die du von Batman oder Superman kennst, sind also durchaus hilfreich, um im Job positiver zu wirken und weiterzukommen. Vor schwierigen Entscheidungen und Aufgaben verfallen wir oft in gewohnte Muster, die nicht gerade fördernd für unseren Erfolg sind. Das Einnehmen einer neuen Perspektive kann dir dabei helfen, negative Verhaltensmuster (wie z. B. zu viele Pausen oder Ablenkungen) zu durchbrechen. Wer sein eigenes Arbeitsverhalten von außen betrachtet, kann dadurch mehr Motivation erlangen, um seine eigene Leistung zu steigern. Nimmst du zusätzlich noch eine offene Haltung ein, überträgst du diese positiven Effekte auf deine Kolleginnen und Kollegen und strahlst Selbstbewusstsein aus. Wenn du im Job weiterkommen willst, solltest du also ruhig hin und wieder auf die Superhelden-Effekte vertrauen. Ein Versuch ist es zumindest wert 🙂

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